Eingewöhnung
Ankommen braucht Zeit
Du bist dabei, bis dein Kind uns vertraut

Wir schleichen uns nicht weg
Das ist der Satz, den wir dir als Erstes sagen. Weil viele Eltern die Sorge mitbringen.
Bei uns verabschiedest du dich jedes Mal. Sichtbar, mit einem Ritual, das wir vorher zusammen festlegen. Auch dann, wenn dein Kind gerade schön spielt und du es leichter fändest, still zu verschwinden.
Ein Kind, das einmal erlebt hat, dass du plötzlich weg bist, hört auf, dem Raum zu trauen. Und dann muss es dich den ganzen Tag im Blick behalten, statt zu spielen.
Das erste Gespräch führen wir nicht im Büro
Es findet am ersten oder zweiten Tag statt – mitten im Gruppenraum, während dein Kind in deiner Nähe herumstöbert.
Wir wollen von dir wissen, was wir noch nicht wissen können: Wie lässt dein Kind sich trösten? Woran merkst du, dass es müde wird? Was macht ihm Freude? Wovor hat es Angst?
Der Nebeneffekt ist der eigentliche Punkt. Dein Kind sieht, wie du dich mit uns unterhältst. Ganz normal, entspannt, wie mit Bekannten. Kinder lesen so etwas sehr genau. Die Botschaft lautet: Meine Eltern trauen diesen Leuten. Also ist es hier sicher.
Du sitzt nicht am Rand. Du spielst mit
In vielen Eingewöhnungen halten Eltern sich bewusst zurück und beobachten vom Rand aus. Bei uns machst du das Gegenteil.
In der ersten Woche kommt ihr für zwei bis drei Stunden am Tag. Und du verhältst dich, als wärt ihr auf einem neuen Spielplatz. Du spielst mit deinem Kind. Ihr guckt euch die Bauecke an. Du liest ein Buch vor. Du sprichst auch mal ein anderes Kind an.
Wickeln, füttern, trösten – das machst in dieser Zeit alles noch du.
Wir halten uns in dieser Phase absichtlich im Hintergrund und schauen zu. Wir lernen dabei dein Kind kennen: Was fesselt es? Wie nimmt es Kontakt auf? Was beruhigt es?
Der Grund für diese Aufteilung: Dein Kind übernimmt deine Einschätzung des Raumes. Wenn du dich hier wohlfühlst, wird der Raum für dein Kind ein guter Ort. Das kann keine Fachkraft ersetzen.
Wickeln übernehmen wir erst, wenn dein Kind einverstanden ist
Irgendwann in Woche eins oder zwei fangen wir an, näher heranzukommen. Nicht frontal. Wir setzen uns daneben und spielen dasselbe. Wir kommentieren, was dein Kind tut, ohne es zu unterbrechen.
Pflege ist der heikelste Punkt. Gewickelt zu werden heißt, sich anfassen zu lassen. Das übernehmen wir schrittweise, mit dir abgesprochen – und nur, wenn dein Kind mitmacht. Wenn es sich wegdreht, hören wir auf.
Mitbestimmung fängt bei uns am Wickeltisch an. Nicht erst in der Kinderbesprechung.
Die erste Trennung hat kein festes Datum
Viele Eingewöhnungsmodelle sehen einen bestimmten Tag für den ersten Abschied vor. Das gibt Struktur, und viele Familien kommen damit gut zurecht.
Wir machen es anders. Wir warten auf Zeichen, die du und wir gemeinsam sehen: Dein Kind lässt sich von uns trösten. Es zeigt uns etwas, das es entdeckt hat. Es krabbelt weg von dir und dreht sich nur kurz um.
Wenn wir diese Zeichen sehen, planen wir den ersten Abschied zusammen. Dauer, Ritual, wer wann wo ist. Und du bist erreichbar.
Der Grund: Ein Termin im Kalender sagt uns etwas über den Kalender. Nichts über dein Kind.
Wenn dein Kind weint, ist nichts schiefgegangen
Weinen beim Abschied heißt: Dieses Kind hängt an dir. Das ist gesund, und wir behandeln es nicht als Problem.
Wir reden es auch nicht weg. Kein „ist doch nicht so schlimm". Wir bleiben daneben, halten es aus, benennen es: „Du vermisst deine Mama. Sie kommt nach dem Mittagessen wieder."
Aber wir lassen kein Kind sich in den Schlaf weinen
Wie lange die erste Trennung dauert, entscheidet dein Kind. Lässt es sich nach kurzer Zeit von uns beruhigen und findet ins Spiel zurück, bleibt es bei uns. Wenn nicht, holen wir dich zurück. Dein Kind soll eine Erfahrung sicher abspeichern: Wenn ich rufe, kommt jemand.
Deshalb bleibst du bei den ersten Trennungen in der Nähe und erreichbar. Ein Abbruch ist kein Rückschritt. Er heißt nur: heute noch nicht.
Auch wenn es geklappt hat, rufen wir an
Sobald dein Kind zur Ruhe gekommen ist, meldet sich jemand von uns bei dir. Am Telefon, nicht per Nachricht.
Der Grund: Eine Nachricht teilt mit. Ein Anruf erklärt. Du hörst an unserer Stimme, ob wir entspannt sind. Du kannst nachfragen, wie es genau war. Und wenn du selbst gerade traurig bist, was öfter vorkommt, als du denkst, redet jemand mit dir.
Die anderen Kinder machen einen Teil der Arbeit
Das ist ein Vorteil unserer Familiengruppe, mit dem wir vorher nicht gerechnet hatten.
Wenn ein neues Kind kommt, kümmern sich die Großen. Sie zeigen, wo die Becher stehen. Sie holen ein Spielzeug. Sie trösten, manchmal geschickter als wir.
Und weil in der Gruppe immer viel gleichzeitig passiert, steht ein neues Kind nicht ständig im Mittelpunkt. Es kann aus sicherer Entfernung zuschauen und selbst entscheiden, wann es näher kommt.
Wie lange das dauert
Ehrlich gesagt: Wir wissen es vorher nicht.
Bei einjährigen Kindern dauert die Eingewöhnung bei uns in der Regel vier bis fünf Wochen. Das ist unser Erfahrungswert, keine Schätzung.
Er ist trotzdem nicht garantiert. Manche Kinder brauchen weniger, manche deutlich mehr. Wir arbeiten deshalb ohne festen Zeitplan und justieren die Zeiten fast täglich – kurz beim Bringen und Abholen, auf Basis des Vortages.
Uns ist klar, was das für dich bedeutet. Du musst deinen Wiedereinstieg planen, und ein Erfahrungswert ist keine Zusage.
Deshalb zwei Bitten. Plane über die fünf Wochen hinaus einen Puffer ein. Und sag uns früh, welche Fristen für dich gelten – Elternzeitende, Arbeitsbeginn, Probezeit. Dann rechnen wir gemeinsam rückwärts und legen den Startpunkt entsprechend fest.
Eine feste Bezugsperson begleitet euch durch die ganze Zeit. Eine zweite ist von Anfang an dabei, damit bei Krankheit oder Urlaub kein fremdes Gesicht auftaucht.
Wann die Eingewöhnung vorbei ist, entscheiden wir zu dritt
Nicht nach Ablauf einer Frist. Sondern dann, wenn drei Beteiligte dasselbe Gefühl haben: dein Kind, du und wir.
Wir setzen uns dafür noch einmal in Ruhe zusammen und schauen zurück. Was war schwer? Was hat geholfen? Was hat uns überrascht?
Den Weg deines Kindes halten wir in einer kleinen Geschichte fest, die in sein Portfolio kommt. Kein Beobachtungsbogen mit Häkchen. Eine Erzählung darüber, wie es hier angekommen ist.
Der nächste Schritt
Eingewöhnung lässt sich schlecht auf einer Website beurteilen. Komm vorbei und schau zu, wie es hier morgens zugeht.
Ruf an unter +49 40 52599459 oder schreib uns über das Kontaktformular. Wenn du magst, nenn gleich das Alter deines Kindes und den Wunschtermin für den Start.
Das vollständige Eingewöhnungskonzept schicken wir dir auf Anfrage gerne zu.
